Nebelkerzenargumentation

In einem Interview mit der „Osthessen News“ äußert sich AfD- Bundestagskandidat Martin Hohmann fragwürdig zum neuen hessischen Bildungsplan. Darauf bezugnehmend, das der von Schwarz-Grün verabschiedete Lehrplan u.a. die „Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen“ aufnimmt, kann der Politiker nicht mehr an sich halten, wie mir scheint. Dieser macht deutlich „Wenn dieser Sexualkundelehrplan so durchgezogen wird und Kinder zu früh und mit schulischem Zwang zur Sexualität geführt werden, kann es dazu kommen, dass ungefestigte junge Männer dann irgendwann, wenn sie ein Sexualverbrechen begangen haben, sagen: Das haben wir doch in der Schule durchgenommen, da bin ich doch darauf hingeführt worden. Was sagen wir denn dann?“

Dabei verkennt Hohmann jedoch, das eine sexuelle Minderheit der er in diesem Interview u.A. grundsätzliche Ungefestigtkeit unterstellt, das eine ist, es jedoch bei sexualisierter Gewalt genau genommen kein sexuelles Interesse des Täters am Geschlecht Betroffener gibt, sondern ausschließlich das Ausleben v. Gewalt- sowie Allmachtsfantasien im Vordergrund steht.

Ich sowohl in meiner Eigenschaft als Mitglied des Vereins NetzwerkB (Mitgliedsnummer 173) (Netzwerk Betroffener sexualisierter Gewalt), als auch als Überlebender mir in der Vergangenheit gänzlich unverlangt aufgezwungener Verbrechen an meiner Menschenwürde, verwahre mich ausdrücklich gegen diese Nebelkerzenkampagne seitens AfD- Bundestagskandidat Martin Hohmann, die sowohl mein Leid, als auch das vieler Dritter bereits dafür instrumentalisiert hat. Auch möchte ich darauf hinweisen, dass der Politiker kein Einverständnis v. Betroffenenverbänden wie eben NetzwerkB, sowie Gegen Missbrauch e.V.  für dessen, zudem ein zudem ganz anderes Thema betreffende, Kampagne eingeholt hat. Einfach widerlich, abartig und respektlos das!

Ich möchte an der Stelle auch an die vielen Betroffenen erinnern, die sich ob Ihrer Verzweiflung das Leben genommen haben, die genauso instrumentalisiert worden sind. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft diese Art der Instrumentalisierung Betroffener v. sexualisierter Gewalt verhindernd – einschl. dem Schädigen des Andenkens Verstorbener – endlich ein wirksames Rechtsmittel geschaffen wird, damit solche so fragwürdige Nebelkerzen endlich strafrechtlich verfolgt werden!

In diesem Sinne

 

 

Die Administration

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