Luftnummer Presserat

Seit Jahren gehört es bei verschiedenen Presseverlagen zum guten Ton, Warez-Artikel mit werbendem Charakter in Richtung wie man am besten anonym und sicher kriminelle Handlungen im Internet begehen kann zu veröffentlichen. Im Schwerpunkt wird der mit diesen Details erreichte Leser ermuntert, in einem bisher glücklicherweise niedrigem zivil- strafrechtlichem Rahmen in Fragen der Ignoranz des Urheberrechtes, sich selber mit zivil- und strafrechtlich relevanten Material (Software, Filme, Musik, Ebooks) zu versorgen. Diesbezüglich gab es in der Vergangenheit schon die eine oder andere Rüge des Presserates.

Siehe dazu:

http://winfuture.de/news,36453.html
http://news.waldorf-frommer.de/presserat-ruegt-pc-magazin-anleitungen-zum-illegalen-downloaden-widersprechen-der-presseethik/

Zum besseren Verständnis eine kleine Randnotiz:

Unter http://www.dreisechzig.net/wp/archives/906 schrieb Microsoft Deutschland Manager Boris Schneider-Johne in der Vergangenheit „Daß eine andere Zeitschrift auf seiner Heft-CD die 50 “halblegalsten” Tools bringt und in Heft “nur” eine Liste der 25 “illegalsten” Tools druckt (zum Selber-Googlen) kann mich dann nur noch wenig beeindrucken.“. Man wird, wenn man ahnungslos ob der Adressen ist, quasi an der Hand genommen, und auf den rechten Weg geführt, was dem Presserat mehrfach Rügen wert war, sofern es um Urheberrechtsfragen ging. Man hat neue Käuferschichten erreicht, die Kasse klingelt, alle sind vollauf zufrieden mit dem Erfolg, ungeachtet dessen, was die hier Geschädigten denken.

Abweichend davon, sieht der Presserat in einer Beschwerde meinerseits zu doch sehr freizügigen Details (Suchworte, Softwaretipps zur anonymen Kipo-Suche) in einer Chronologie des Falles Edathy der FAZ, Darstellungen zur anonymen Beschaffung strafrechtlich relevanten Materials in einem höhergewichtigerem Rahmen keinen Anlass zur Rüge. Man sei bei der FAZ schlussendlich (ich zitiere wörtlich) „zu journalistischer Sorgfalt bei der Recherche und zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung verpflichtet.“.

Die Antwort auf meine Beschwerde kann man im Verzeichnis Presserat unter http://www.imeel.de/share/?user=info@imeel.de einsehen.

Hier ist man durchaus versucht zu fragen, wann die ersten Ratgeber ala „Einbruch leichtgemacht – Dietriche zum selberschnitzen“, „Der perfekte Mord – wie Sie der Spurensicherung der Mordkommission ein Schnippchen schlagen“ usw. kommen. Ist ja alles „journalistischer Sorgfalt bei der Recherche/wahrheitsgemäße Berichterstattung“ wie aus dem Bilderbuch… Tolle Wurst…

Genauso kann und sollte man sich fragen, ist man beim Presserat ausschließlich größeren Institutionen hörig, die eine Lobby hinter sich versammeln können?

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