Ein Licht in der Dunkelheit?

Schwarze Schafe unter den Anwälten können bekanntermaßen vor Gericht lügen, das sich die Balken biegen. Manche wirken dabei so heftig auf Zeugen ein, das diese in Detailfragen regelrecht verunsichert/eingeschüchtert werden können. Selbst mit Kenntnisnahme/dem Wissen der Schuldigkeit des Mandanten können eben diese schwarze Schafe unter den Rechtsanwälten jegliche Hemmungen verlieren. Selbst Betroffene schwerster Verbrechen, die noch Jahre nach diesen v. den Folgen traumatisiert sein können, wurden häufiger vor Gerichten auf das Heftigste angegangen. Selten jedoch kommt es vor, dass sich nicht zu Unrecht Beklagte sich in einer solchen Ausgangslage fassungslos über vorangegangenes heftiges Auftreten ihrer Anwälte gegenüber Zeugen bei Gericht entschuldigen u. geläutert ihre vorherige Sicht der Dinge noch einmal gesondert darlegen. Dazu kam es im sogenannten NSU Prozess. Die Hauptangeklagte (die beiden eigtl. Haupttäter haben sich das Leben genommen) entschuldigte sich schriftlich bei dem vorsitzenden Richter für absolut unangebrachte Ausfälle zweier ihrer Verteidiger gegen einen noch heute ob vorangegangener Geschehnisse traumatisierten Zeugen, sowie nachfolgend genauso bei allen Betroffenen der angeklagten Raubüberfälle. Sie hatte aus „egoistischen Gründen“ nicht über die Folgen für die Betroffenen nachgedacht.

„Mir tut es leid, was diese Menschen erleben mussten und welche Folgen sie teilweise davongetragen haben – worüber ich mir zur Zeit der Überfälle aus egoistischen Motiven heraus keine Gedanken gemacht habe.“

Voraus gegangen war, dass beide Anwälte offenbar ohne Absprache mit ihrer Mandantin in fragwürdiger Form dem geschädigten Zeugen jegliches Recht  daran absprechen wollten, Kritik an bestehenden politischen Versäumnissen an den überlebenden Betroffenen zu üben. Hier wird gerade durch den Ausfällen vorangegangenen Schilderungen des Zeugen die Brutalität beider Haupttäter deutlich. „Die Männer haben ständig geschrien, meine Kollegin wurde geschlagen, mir wurde die Waffe an die Schläfe gehalten und mir wurde gedroht. Als sie nicht genügend Geld bekommen haben, sind sie ausgerastet, haben einen Bildschirm eingeschlagen, eine Kollegin hat geschrien. Die eine Kollegin, die geschlagen wurde, war schwanger.“.

Auch im Hinblick darauf, wie tragisch die Hintergründe zu den NSU Verbrechen sind, lässt sich hier im Zweifel vielleicht doch noch etwas positives daraus gewinnen. Vielleicht denkt nämlich mal der ein oder andere zu recht angeklagte Täter darüber nach, was gewisse Handlungen an der Seele v. Menschen auslösen können. Auch sonst ist der Täterseite das ein ums andere Mal Nachdenken anzuraten. Zugführer bspw. haben keine Freude daran, wenn ihnen Selbstmörder während voller Fahrt vor den Zug springen. Genauso wie weitere Fallkonstruktionen, die Betroffene auf Jahre, wenn nicht gar das ganze Leben über belasten.

Es besteht Hoffnung, das man aus der verfahrenen Kiste NSU-Prozess zumindest noch etwas positives für die Zukunft ableiten kann, wie es möglich sein könnte, in allen vor Gerichten behandelten denkbaren Tatvarianten/Verbrechensarten Täter zu erreichen, mal über die Bedeutung des Wortes „Nachtatverhalten“ nachzudenken u. vielleicht die ein- oder anderen zu erreichen, sich gar nicht erst auf dunkle Wege zu begeben, die leider erwartbar völlig aus dem Ruder laufen können. Verkehrt wäre es nicht.

Artikelbild von 4028mdk09Lizenzbedingungen



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