Fragwürdiger Youtuber-Hausbesuch bei Selbstmörder

Es stimmt sehr nachdenklich, dass in politischen Auseinandersetzungen Behauptungen aufgestellt & verbreitet werden können, die, ohne das Polizei & Justiz einschreiten, größere Folgen nach sich ziehen können, als der Verbreiter so eigtl. bedacht hat. So auch im Falle eines Youtubers, der jüngst seinen Müll mit der Umschreibung „An die Antifa: Macht den Brunner!“  fragwürdige Behauptungen über die Hintergründe zum Selbstmord des Berliner Piratenpartei-Senatsabgeordneten Claus-Brunner auf Youtube.com aufstellt. Dieser, was unstrittig ist, stand zuletzt vor einem existenziellen Scherbenhaufen aufgrund v. durch Abwahl seiner Partei vor wenigen Tagen. Im Vorfeld hat dieser, was noch angemerkt sei, einen Dritten regelrecht gestalkt. Der Geschädigte hat zu vorangegangenen Geschehnissen, die nicht öffentlich sind, Strafanzeige gegen Claus-Brunner gestellt.

Jedenfalls war der Umstand, das der zweite Tote gestalkt wurde, der zuständigen Staatsanwaltschaft so bekannt. Auch, wenn diese Erkenntnis nicht zu einem Ergebnis für den Geschädigten geführt hat. Opferschutz bei schwersten Verbrechen ist ja leider in Deutschland Science Fiction ala Star Trek & co! Der Täter hat in Folge ungehindert sein Opfer zuletzt ermordet und die Leiche vom Tatort in die eigene Wohnung in einer Sackkarre abtransportiert. Auch das ist als unstrittig anzusehen. Und natürlich kann man hier aufgrund der Vorkomnisse mit Recht eine sehr negative Sichtweise auf diesen Claus-Brunner haben. Habe ich selbst auch. Und, das nach Kenntnisnahme der Geschehnisse unter vollster Empörung zu sagen/schreiben ist mit Sicherheit nachvollziehbar.

Was aber nicht nachvollziehbar ist, sind weitergehende Ausführungen des Youtubers, die zudem im politischen Meinungskampf über dessen Ziel weit hinaus gehen. Dazu gehört die Unterstellung, das ermordete Stalking Opfer habe Claus-Brunner im Vorfeld Kinder und Drogen verschafft. Das Stalking selber hat der Youtuber in dessen Ausführungen gänzlich unerwähnt gelassen. Stattdessen wurde dargestellt, der Geschädigte sei v. dem allerwertesten Herrn Brunner nur deswegen ermordet worden, um ein Schlussstrich zu ziehen, bzw. weil die Existenz als gescheitert anzusehen sei und nochmal an der Leiche den Fick des Lebens zu haben. Von den anderen einfach nur peinlichen Mutmaßungen mal ganz zu schweigen.

Diese Darstellung entstand wohl, um ein fragwürdiges Millieu herbeizuschreiben, was man der Piratenpartei bzw. einzelnen Mitgliedern so alles andichten kann, getreu dem Motto „irgendwas wird schon hängen bleiben“.  Bei der Obduktion des zweiten Toten konnte demgegenüber jedoch lt. Polizeibericht festgestellt werden, das der Geschädigte eben nicht(!) vergewaltigt wurde. Also weder zu einem Zeitpunkt, als er noch lebte, oder, wo er schon ermordet worden war. Da darf lt. Youtuber „natürlich nicht“ der obligatorische (muss man schon sagen) Vergleich zwischen der Homosexualität des allerwertesten Herrn Brunner und eines in der Sache unbescholtenen Dritten (Oliver H.) und der sexualisierten Gewalt an Kindern nicht fehlen. An Respektlosigkeit der Opfer sexualisierter Gewalt nicht mehr zu überbieten. Diese Schmähkritik, die hier v. diesem Youtuber aufgestellt wurde, richtet sich gut erkennbar also auch an die Betroffenen. Eine so umfassende Verhöhnung v. sowohl Stalking Geschädigten, als auch Betroffenen sexualisierter Gewalt gleichermaßen hat es so bislang noch nicht gegeben. Bleibt zu hoffen, dass dieselbe Staatsanwaltschaft, die schon dem Stalking Geschädigten nicht geholfen hat, hier aufgrund v. Schuldgefühlen vielleicht mal darüber nachdenkt, sich für einen letzten Rest Würde des Geschädigten zu engagieren, und wegen Schädigungs dessen Andenkens Ermittlungen aufnimmt. Am besten noch zusätzlich wegen Volksverhetzung (Gleichsetzung homosexueller und Pädophiler; siehe http://netzwerkb.org/2011/01/13/was-kritisieren-wir-am-ausdruck-padophilie/ ) Eine Anregung (Strafanzeige meinerseits) dazu ist im übrigen schon raus.

Ich werde berichten

Artikelbild v. JNLLizenzbedingungen



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